Impulsschmiede

15.01.2026 – 2 Minuten Lesezeit

Zukunft ist ein Gefühl – und Unsicherheit ein Standortfaktor.

„Zukunft ist vor allem ein Gefühl.“ Wenn dieser Satz stimmt, erklärt er sehr viel: Warum Debatten eskalieren, warum Risiken größer wirken als Chancen – und warum Entscheidungskraft in vielen Unternehmen gerade nicht am Wissen scheitert, sondern an der Unsicherheitstoleranz. Philosoph Richard David Precht und die Zukunftsforscherin Florence Gaub beschreiben dabei kein „Stimmungsproblem“, sondern einen Mechanismus: Wer Unsicherheit nicht aushält, kompensiert sie mit Alarmismus, moralischen Endschleifen oder Aufschub. Das fühlt sich nach Kontrolle an – ist aber oft nur Stillstand.

Warum gilt Unsicherheit für viele als Ausnahmezustand – obwohl sie längst Normalität ist?

Unsicherheit ist kein Betriebsfehler – sondern der Normalzustand.

Gaub formuliert es zugespitzt: „Deutsche haben eine hohe Intoleranz gegenüber Unsicherheit.“ Das ist unangenehm, aber nützlich: Denn wer Unsicherheit als Ausnahme betrachtet, wartet auf „wieder normal“. Wer Unsicherheit als Normalzustand akzeptiert, baut Systeme, die trotzdem funktionieren.

Unternehmerische Übersetzung:

  • Ein Businessplan ist nicht „Papier für die Bank“, sondern ein Werkzeug, um Unsicherheit in Entscheidungen zu übersetzen.

  • Ein Finanzplan ist nicht Excel, sondern Szenariodenken: Was passiert bei +20% Kosten? Bei -15% Umsatz? Bei 6 Monaten Verzögerung?

  • Eine Förderstrategie ist nicht „Geld holen“, sondern Spielraum gewinnen, ohne blind zu überinvestieren.

Handlungsfähigkeit entsteht nicht durch Gewissheit, sondern durch Struktur.

Warum sind manche Gesellschaften trotz realer Risiken „stabiler“ – und was können KMU davon lernen?

Der Unterschied zwischen Zukunftsdebatte und Zukunftsarbeit.

Precht bringt einen kulturellen Aspekt auf den Tisch: „Moralismus und Schwarzseher ist mit der deutschen Seele sehr verknüpft.
Gaubs Gegenpunkt ist praktisch: Zukunft entsteht nicht durch das bessere Argument, sondern durch das bessere Tun. Im Kontext des Podcasts wird genau dieser Shift betont – weg vom Dauerkommentar, hin zu Umsetzungslogik.

Was Unternehmen daraus kopieren können:

  • Weniger „Wir sollten …“, mehr „Wir entscheiden …“

  • Weniger Perfektion, mehr Testen

  • Weniger Angst vor Fehlern, mehr Frühwarnsysteme (Meilensteine, KPIs, klare Verantwortlichkeiten)

Das reduziert nicht die Unsicherheit – aber die Ohnmacht.

Warum gerade schwierige Zeiten oft der Moment sind, in dem Neues überhaupt möglich wird.

Utopie ist kein Träumen – sondern Gegenmittel zur Lähmung.

Gaub argumentiert sinngemäß: In Krisen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass echte Veränderung passiert – weil der alte Modus nicht mehr reicht.
Das ist kein Optimismus-Poster, sondern ein nüchterner Befund: Wenn Anpassung nicht mehr genügt, wird Innovation zur Überlebensstrategie.

Pragmatischer Unternehmer-Check für 2026:

  • Haben wir einen Nutzen, der auch bei Kostendruck trägt?

  • Haben wir eine Roadmap, die nicht auf Wunschdenken basiert?

  • Haben wir einen Plan B für Vertrieb, Finanzierung und Umsetzung?

Wer diese Fragen sauber beantwortet, wirkt automatisch „optimistischer“ – weil er weniger abhängig ist von Stimmungslagen.

Aus Unsicherheit wird Richtung.

Unsicherheit wird 2026 nicht verschwinden. Die Frage ist nur, ob du sie managst – oder ob sie dich managt. Genau hier trennt sich „Zukunftsangst“ von echter unternehmerischer Reife: Wer einen Plan hat, braucht keinen Dauer-Optimismus. Du brauchst Handlungsspielraum.

Wenn du aus einem diffusen „Wir müssten mal…“ ein klares „Wir tun jetzt…“ machen willst: Buche ein kostenloses Erstgespräch. Wir schauen gemeinsam auf dein Vorhaben, sortieren Annahmen, bauen Szenarien – und am Ende ist glasklar, welche nächsten Schritte sich lohnen und welche du dir sparen kannst.