In der ZIB 2 beschreibt Peter Steinberger nüchtern, was seine Technologie kann: Dateien lesen, E-Mails versenden, im Browser navigieren, Software programmieren. Nicht nur Text generieren – sondern reale Aufgaben erledigen. Was technisch beeindruckend klingt, ist wirtschaftlich noch relevanter. Denn wenn KI-Agenten Tätigkeiten übernehmen, verändern sie nicht nur Workflows. Sie verändern Kostenstrukturen. Und damit die Spielregeln von Unternehmertum.
Steinberger betont, dass der Impuls weiterhin vom Menschen kommt – der Agent führt aus.
Steinberger macht einen entscheidenden Unterschied deutlich:
ChatGPT liefert Antworten.
Ein KI-Agent handelt.
Das bedeutet konkret:
Automatisierte E-Mail-Kommunikation
Selbstständige Web-Recherchen und Buchungen
Verarbeitung interner Dokumente
Unterstützung beim Programmieren
Teilautomatisierte Entscheidungsprozesse
Die Idee, so betont Steinberger, kommt weiterhin vom Menschen. Der Agent führt aus.
Für Unternehmer ist das keine Spielerei. Es ist ein Produktivitätswerkzeug.
Doch sobald Aufgabenblöcke automatisiert werden, stellt sich eine wirtschaftliche Frage.
Wenn KI bei stabiler Nachfrage denselben Output mit weniger Arbeit liefert, entstehen Produktivitätsgewinne. Die politische Frage ist nicht, ob sie entstehen – sondern wer sie bekommt.
Personalkosten sind in vielen Branchen der größte Kostenblock.
Wenn KI-Agenten – bei gleichbleibender Nachfrage und stabiler Auftragslage – 30 %, 50 % oder mehr dieser Aufgaben übernehmen, dann sinkt der Personalaufwand signifikant.
Entscheidend ist:
KI ersetzt nicht automatisch Umsatz.
Aber sie kann Kosten senken.
Und wenn Umsätze stabil bleiben und zusätzliche Technologiekosten geringer sind als die eingesparten Personalkosten, steigen Gewinne.
Das ist keine Ideologie. Das ist einfache Kostenrechnung.
Mit steigenden Gewinnen steigen – zumindest kurzfristig – auch Körperschaftssteuereinnahmen.
Die Diskussion, dass Staatseinnahmen zwangsläufig einbrechen, greift daher zu kurz.
Die eigentliche Frage lautet: Wie verteilen wir Produktivitätsgewinne in einer automatisierten Wirtschaft?
"Vielleicht müssen wir in zehn Jahren nicht mehr acht Stunden arbeiten."
Steinberger sieht KI nicht als Jobkiller, sondern als Effizienztreiber. Er spricht offen darüber, dass sich Arbeitsmodelle verändern könnten.
Das ist kein Untergangsszenario.
Wenn Produktivität steigt, könnten sich neue Modelle etablieren:
35- oder 30-Stunden-Woche
projektbasierte Erwerbsformen
hybride Selbstständigkeit
staatliche Basisabsicherung
Vor Jahren wurde die Idee einer „Maschinensteuer“ belächelt. Heute wirkt sie weniger abwegig, wenn Automatisierung erhebliche Gewinne generiert.
Nicht als Innovationsbremse.
Sondern als Stabilisierungselement.
Die Debatte sollte weniger ideologisch geführt werden – und stärker ökonomisch.
Technologie ist nicht das Risiko. Fehlende Vorbereitung ist es.
Die entscheidende Botschaft aus dem Interview ist keine dystopische.
Steinberger wirkt weder alarmistisch noch naiv. Er spricht über Chancen, über Verantwortung, über Kontrolle.
Für Unternehmer bedeutet das:
KI strategisch einsetzen, nicht impulsiv
Kostenstrukturen neu kalkulieren
Personalplanung langfristig denken
Förderungen und Investitionen sauber planen
Governance und Haftung mitdenken
Wer KI ignoriert, verliert Wettbewerbsfähigkeit.
Wer sie unreflektiert einsetzt, erhöht Risiken.
Die Balance entscheidet.
Peter Steinberger entwickelt Technologie.
OpenAI wird sie global skalieren.
Unternehmen werden sie einsetzen.
Das ist keine Spekulation. Das passiert bereits. Die entscheidende Frage lautet daher nicht: „Wird KI Arbeitsplätze verändern?“
Sondern: Sind wir als Unternehmen und als Wirtschaftsstandort vorbereitet, Produktivitätsgewinne sinnvoll zu steuern?
Nicht Angst entscheidet über die Zukunft.
Sondern Planung.