Du spürst es vermutlich längst: Planbarkeit wird zur Mangelware. Förderlogiken ändern sich, Regeln werden komplexer, Investitionen werden riskanter – und politische Versprechen klingen wie Wiederholungen. Die Neujahrsansprache des Bundeskanzlers Christian Stocker trifft einen Nerv, weil sie Probleme anspricht, die Unternehmer:innen täglich im Nacken sitzen. Der Haken: Worte sind billig, Umsetzung ist hart – und sie scheitert nicht selten an Koalitionsrealität, Systemlogik und fehlender Konsequenz.
Wenn Politik “Reformen” sagt, hören viele nur noch: “irgendwann”. Und genau da beginnt das Problem – und deine Chance.
Stocker setzt auf große Erzählung: Welt im Umbruch, neue Ordnung, Gewinner vs. Verlierer. Das ist als Rahmen nicht falsch. Das Problem ist, dass die Menschen in Österreich bei „Reform“ nicht mehr an Veränderung denken, sondern an eine Dauerschleife aus Ankündigungen.
Das spiegelt sich in der Stimmungslage und in Umfragen: Die Unzufriedenheit ist hoch, vorgezogene Wahlen werden von vielen befürwortet, und die FPÖ liegt in aktuellen Trends deutlich vorne – das ist weniger „Hype“ als ein Symptom dafür, dass viele dem Status quo nicht mehr trauen.
Für Unternehmer:innen ist das die entscheidende Übersetzung: Wenn Vertrauen weg ist, wird jede Maßnahme teurer – weil du Puffer einbauen musst (Zeit, Geld, Alternativen, Risikoaufschläge). Und weil du Entscheidungen nicht mehr auf „es wird schon stabil bleiben“ aufbauen kannst.
Bürokratieabbau ist in Österreich ein “Traditionssport”. Nur leider ohne messbaren Zieleinlauf.
Stocker spricht von Entbürokratisierung und davon, dass der Staat seinen Bürger:innen vertrauen müsse. Diese Linie hört man seit Jahrzehnten – in wechselnder Verpackung. Und genau deshalb ist sie gefährlich: Nicht weil sie falsch wäre, sondern weil sie abgenutzt ist.
Das Kernproblem ist strukturell: Bürokratie verschwindet nicht, weil jemand sie „abschaffen will“. Sie verschwindet erst, wenn Politik bereit ist, Kontrolle, Zuständigkeiten und Absicherungslogik zu ändern – und zwar so, dass es auch im Vollzug wirklich einfacher wird. Genau das ist mühsam, unsexy, konfliktträchtig. In Dreier-Konstellationen wird es noch zäher, weil jede Partei an anderen Stellschrauben drehen will.
Impuls für dich: Warte nicht auf „Entbürokratisierung“. Bau dir Prozesse, die Bürokratie verkraften: saubere Unterlagen, klare Zahlenlogik, dokumentierte Entscheidungen, robuste Finanzplanung. Das ist nicht romantisch – aber es macht dich krisenfester als jede Sonntagsrede.
„Die Welt ordnet sich gerade neu, es geschieht vor unseren Augen, und wir sind mittendrin.“
Stocker greift einen Punkt auf, der Unternehmer:innen eigentlich aufhorchen lassen müsste: Europa erfindet, andere skalieren. Dass Kapital in Richtung USA abfließt und Innovation hier oft zu wenig Wachstum erzeugt, ist ein wiederkehrender Befund.
Aber: Die Politik behandelt das gern wie ein „Kapitalmarkt-Thema“. In der Praxis ist es ein Planbarkeits-Thema:
Wer investiert, wenn Regeln laufend neu interpretiert werden?
Wer skaliert, wenn Genehmigungen dauern und Zuständigkeiten zerfasern?
Wer holt Kapital, wenn der Exit-Pfad und Steuer-/Regel-Risiken unklar sind?
Solange diese Bedingungen nicht besser werden, bleibt die Rede ein Appell ohne Hebel. Und dann passiert das, was Stocker eigentlich kritisiert: Wertschöpfung wandert dorthin, wo Umsetzung schneller geht.
Impuls für dich: Wenn Kapital knapper und vorsichtiger wird, gewinnen die, die ihre Zahlen im Griff haben: Szenarien, Liquidität, Investitionslogik, Förderfähigkeit, Finanzierungsmix. Das ist kein “Nice-to-have”, das ist Überlebensfähigkeit.
Politik arbeitet in Legislaturperioden. Märkte arbeiten in Wochen. Wer wartet, spielt immer “nach”.
Politik kann Probleme benennen. Unternehmer:innen müssen sie lösen, obwohl sie nicht die Hebel haben. Und genau deshalb sind viele Betriebe in der Realität weiter als die Politik:
Sie entscheiden unter Unsicherheit, weil sie müssen.
Sie bauen Systeme, weil Chaos teuer ist.
Sie optimieren Prozesse, weil niemand die Miete zahlt, wenn man “eh bald reformiert”.
Das ist nicht heroisch, sondern logisch. Und ja: Es erklärt auch, warum Parteien, die „anders“ wirken oder „Härte“ versprechen, Zuspruch bekommen – unabhängig davon, ob man inhaltlich überall mitgehen will. Menschen suchen Handlungsfähigkeit.
Wenn du aus dieser Rede etwas mitnehmen willst, dann nicht “Zuversicht”. Sondern eine nüchterne Erkenntnis:
Die nächsten Jahre werden nicht durch politische Ansagen einfacher. Sie werden durch Vorbereitung beherrschbar.
Und genau da kann die Impulsschmiede helfen: Wir schaffen Klarheit in Planung und Finanzierung, prüfen Förder- und Finanzierungsoptionen realistisch (ohne Wunschdenken) und bauen mit dir einen Weg, der auch dann funktioniert, wenn Rahmenbedingungen wackeln – inklusive Förderrecherche, Strategie und – wo sinnvoll – sauberem Finanzierungsmix.
Wenn du 2026 nicht “reagieren” willst, sondern gestalten: Dann lass uns sprechen. Kostenloses Erstgespräch – und danach weißt du, wo du stehst und welche Hebel du wirklich hast.