Impulsschmiede

10.02.2026 – 3 Minuten Lesezeit

Wenn wir Jobs wollen, müssen wir Risiko senken.

Viele Unternehmen würden grundsätzlich einstellen – tun es aber seltener, weil Lohnnebenkosten, Unsicherheit und mangelnde Planbarkeit das Risiko erhöhen. Dabei gab es bereits einen pragmatischen Ansatz: 2017 wurde unter dem Namen „Beschäftigungsbonus“ eine attraktive Lohnnebenkostenförderung umgesetzt, die zusätzliche Beschäftigung erleichtern sollte. Dieser Artikel beleuchtet die Logik dahinter – nüchtern, ohne Parteipolitik – und zeigt, wie ein ähnliches Modell heute nachhaltig und missbrauchssicher gestaltet werden könnte.

Es gab bereits ein Instrument, das Neueinstellungen messbar erleichtert hat – viele erinnern sich nur nicht mehr daran.

Der Beschäftigungsbonus – ein früherer Ansatz zur Entlastung von Neueinstellungen.

Zwischen 2017 und 2018 gab es in Österreich eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme mit dem Namen Beschäftigungsbonus. Ziel war es, Unternehmen einen Teil der finanziellen Hürde bei Neueinstellungen abzunehmen. Konkret wurden 50 % der Lohnnebenkosten für neu geschaffene Arbeitsplätze über einen begrenzten Zeitraum ersetzt.

Wichtig dabei:
Es handelte sich nicht um eine Branchenförderung, nicht um ein Qualifikationsprogramm und nicht um eine Innovationsschiene. Der Ansatz war bewusst einfach gehalten und richtete sich an Unternehmen jeder Größe. Der Fokus lag ausschließlich auf zusätzlicher Beschäftigung.

Obwohl dieses Instrument vergleichsweise kurz existierte, ist es heute kaum mehr präsent – nicht zuletzt, weil arbeitsmarktpolitische Maßnahmen häufig auch politisch konnotiert sind und mit Regierungswechseln neu bewertet werden.

Nicht jede Maßnahme muss neu sein – manchmal reicht ein anderer Blickwinkel.

Warum ähnliche Modelle heute wieder diskutiert werden sollten.

Unabhängig davon, wie man den Beschäftigungsbonus im Detail bewertet: Die Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt haben sich seit damals nicht entspannt, im Gegenteil.

  • Steigende Lohn- und Lohnnebenkosten

  • Hohe Unsicherheit durch Konjunktur, Energiepreise und globale Krisen

  • Zusätzlicher Druck durch Automatisierung und KI

  • Zurückhaltung bei Neueinstellungen, insbesondere im KMU-Bereich

All das führt dazu, dass Unternehmen Personalentscheidungen zunehmend vertagen. Nicht aus mangelndem Bedarf, sondern aus Vorsicht. Genau hier setzen Modelle an, die temporär entlasten, ohne dauerhaft in Marktmechanismen einzugreifen.

Ob man ein solches Instrument wieder „Beschäftigungsbonus“ nennt oder unter einem neuen Begriff denkt, ist letztlich zweitrangig. Entscheidend ist die Wirkungslogik: Risiko in der Anfangsphase reduzieren, damit Entscheidungen früher getroffen werden.

Förderungen müssen nicht perfekt sein – aber sie müssen Verhalten beeinflussen.

Wirkung, Kosten und berechtigte Einwände.

Natürlich ist jede arbeitsmarktpolitische Maßnahme mit Kosten verbunden. Und ebenso klar ist: Nicht jede Förderung erzielt ausschließlich positive Effekte. Auch beim damaligen Beschäftigungsbonus lässt sich im Nachhinein nicht eindeutig sagen, wie stark der gesamtwirtschaftliche Nutzen im Verhältnis zu den Budgetkosten war.

Genau deshalb wäre bei einer Neuauflage – unter welchem Namen auch immer – entscheidend:

  • klare Kriterien für zusätzliche Beschäftigung

  • Mindestbeschäftigungsdauer

  • Rückforderungsmechanismen bei Missbrauch

  • zeitliche Begrenzung

  • transparente Budgetdeckel

Solche Instrumente sind kein Selbstläufer, aber sie sind steuerbar. Und sie senden ein Signal: Neueinstellungen sind politisch erwünscht und werden nicht allein dem Risiko einzelner Betriebe überlassen.

Arbeitsmarktpolitik wirkt nicht über Schlagzeilen, sondern über Vertrauen.

Positive Signale statt kurzfristiger Effekte.

In angespannten wirtschaftlichen Phasen geht es weniger um spektakuläre Programme, sondern um Verlässlichkeit. Unternehmen reagieren sensibel auf Rahmenbedingungen. Schon das Wissen, dass es bei Neueinstellungen eine temporäre Entlastung gibt, kann Entscheidungsprozesse verändern.

Ein modern gedachtes Entlastungsmodell für Neueinstellungen wäre kein Allheilmittel. Aber es könnte:

  • Zurückhaltung bei Einstellungen abbauen

  • Planungssicherheit erhöhen

  • den Arbeitsmarkt stabilisieren, bevor Probleme eskalieren

Nicht als Dauerlösung, sondern als konjunkturelles Instrument, angepasst an die aktuelle Situation.

Das Signal, das Unternehmen brauchen.

Arbeitsmarktpolitik ist selten schwarz-weiß. Sie bewegt sich immer im Spannungsfeld zwischen Budgetdisziplin, wirtschaftlicher Realität und gesellschaftlicher Erwartung. Gerade deshalb lohnt es sich, frühere Instrumente nicht reflexartig abzulehnen, sondern sachlich zu prüfen, ob ihre Grundidee heute wieder relevant sein könnte.

Nicht jede gute Maßnahme muss neu erfunden werden.
Manchmal reicht es, sie neu zu denken.

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